Pineal Architecture

CUBIT Jugendbibliothek Saragossa

In Zusammenarbeit mit Christian Schmitz

Eine Modellbibliothek für junge Nutzer

nächstes Projekt

“Es gibt keinen Zweifel, dass Bücher immer existieren werden, aber es ist nicht klar, welches andere Medium daneben stehen wird, mit all seiner Bandbreite ”  
Rem Koolhaas in Bezug auf das, von ihm entworfene, neue Gebäude für die öffentliche Bibliothek in Seattle



"Das klassische Bild einer Bibliothek wird heutzutage immer noch durch Regalreihen und ruhige Lesezonen bestimmt. Für junge Nutzer sollte eine Bibliothek aber auch ein Ort der Kommunikation und Freizeit sein, ohne jedoch die altbewährte Funktion der Wissensübertragung zu verlieren. Besonders in Zeiten, in der es starke Konkurrenz für die Freizeitgestaltung junger Menschen gibt, ist es notwendig einen Anziehungspunkt zu schaffen, welcher die jungen Leute anlockt und das Interesse an einer ‘neuartigen’  Bibliothek weckt. Eine Bibliothek für junge Kunden zu planen bedeutet - entgegen dem traditionellen Verständnis - Kunden und nicht Medien in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen.

Durch eine besondere Innenraumgestaltung mit einer innovativen Möblierung werden übersichtliche Räume geschaffen, in denen die Besucher das Medienangebot individuell oder gemeinschaftlich nutzen können. Nicht Bücherregale dominieren die Entwürfe - stattdessen bilden sie den Rahmen für themenbezogene Bereiche und lassen großzügige Räume entstehen, die flexible Nutzungen ermöglichen.


Bei der Umstrukturierung einer ehemaligen Zuckerfabrick in Saragossa  (Spanien) wurden neue Räume geschaffen. Zukünftig wird das Gebäude ein kulturelles Zentrum beherbergen, innerhalb dessen sich die Bibliothek durch verschiedene eingestellte Objekte präsentieren  wird. Die Bausubstanz des alten Gebäudes bleibt dabei unberührt.
In der Eingangshalle dient ein überdimensionales Zuckerstück als Informationsbrett. Von dort aus gelangt man in einen mehrgeschossigen, grossen Raum, dem Mediaturm. Und von dort aus in den frei in den Raum gestellten ‚Kubus‘. Der Würfel als Element bezieht sich sowohl auf das ehemalige in der Fabrik hergestellte Produkt, den Zucker, als auch auf das Datenbit des digitalen Zeitalters. Der grosse Würfel und darin eingelassen weiter farbige Blöcke aus farbigem Glas dienen als Orte zum Lesen, zu relaxen und im Internet zu surfen. Durch die Anordnung der Blöcke an verschiedenen Plätzen und Durchblicke im Fussboden bringt man ‘oben’ und ‘unten’ zusammen, alle Räume können eingesehen werden und sind offen. Der Besucher bewegt sich frei, wie in einem Cyberspace. Der Glaskubus ist durch Brücken mit dem ‘torre’, dem Mediaturm, verbunden. Die Medien werden direkt um den Luftraum des sechsgeschossigen Turms angeordnet. Das Erdgeschoss dient als Bibliothekseingangshalle. Von dort aus kann der Luftraum zwischen den Medienregalen direkt eingesehen werden. Die Medien dienen dabei zudem als Spiel mit dem natürlichen Licht: Wenn viele Bücher oder CDs ausgeliehen wurden, wird das Foyer mit Licht durchflutet. Wenn jedoch die Regale gefüllt sind, fällt das Licht nur durch die wenigen Lücken zwischen vielen Büchern."

Christian Schmitz